Offen für Zukünfte
Gemeinwohlorientierte Entwicklung des Otto-Langen-Quartiers
Nach dem Scheitern des Bieterverfahrens zum Verkauf der Flächen von NRW.Urban haben sich für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung des Otto-Langen-Quartiers im Süden von Köln-Mülheim neue Perspektiven eröffnet.
Und durch die Änderung des NRW-Haushaltsgesetzes ist nun auch klar, dass die Stadt Köln diese Flächen direkt und ohne öffentliches Ausschreibungsverfahren vom Land erwerben kann und nach eigenen städtebaulichen Vorstellungen entwickeln darf.
In dieser Situation hatte der BDA Köln dazu eingeladen, Industriekultur neu zu denken und „visionäre Konzepte für einen zukunftsorientierten Städtebau und eine progressive Nachnutzung industrieller Bestandsarchitektur zu ermöglichen“.
Im vollbesetzten Domforum stellten Udo Krause und Milan Prinz (Projektgruppe Zanders) die Entwicklung des Zanders-Areal in Berg. Gladbach als Anregung für die Kölner Entwicklung vor. Dort setzt man auf eine Strukturplanung, die offen für Zukunftsvisionen ist, ein Beteiligungskonzept, zu dem auch die frühe Öffnung des Geländes für die Bevölkerung gehört, Initialprojekte und Zwischennutzungen. Der Erhalt des Alten und die Verbindung mit dem Neuen ist nicht nur ein Aspekt der Stadtgestaltung, sondern entspricht auch Anforderungen an eine zirkuläre Stadt.
Dr. Ulrich Soénius (Direktor Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv) betonte nochmals die industriegeschichtliche Bedeutung des Geländes und warb nachdrücklich für den Erhalt nicht nur der Denkmäler, sondern auch weiterer Gebäude.
Die Linke fordert seit Jahren den Direkterwerb der Flächen durch die Stadt Köln und natürlich haben wir den jüngsten Beschluss des Liegenschaftsausschusses mitgetragen, der dies bekräftigt.
Die Entwicklung des Otto-Langen-Quartiers muss als Teil der Entwicklung der Flächen im Mülheimer Süden gesehen werden. Entlang der Deutz-Mülheimer-Straße, der „Straße der Spekulanten“, lassen sich die Folgen von Bodenspekulation und windigem Unternehmertum betrachten: Halbfertige Gebäude, Baugruben und Trümmerhaufen. Dem muss jetzt eine von der Stadt verantwortete zügige Entwicklung entgegengesetzt werden, die nicht der Profitmaximierung dient, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet ist.
Die Ergebnisse des Werkstattverfahren und die Vorschläge des Initiativkreis Otto-Langen-Quartier bieten die Grundlagen einer gemeinwohlorientierten, vielfältigen und behutsamen Nutzung der Flächen und Gebäude.
Es wird diskutiert werden müssen, ob mit der Entwicklung des Geländes eine bestehende oder durch die Stadt neu zu gründende Entwicklungsgesellschaft beauftragt wird.
Aber als erstes geht es schlicht um den Erhalt der Gebäude, die im jetzigen Zustand dem Verfall und der mutwilligen Zerstörung durch Vandalismus ausgeliefert sind. Dazu muss raum 13 endlich den zugesagten Stromanschluss erhalten und müssen die Gebäude entlang der Deutz-Mülheimer-Straße und die unmittelbar angrenzenden Flächen mit Leben gefüllt werden.